Fachzentrum Alm-/Alpwirtschaft

Almweide dient der Förderung der Tiergesundheit, weil bei der Futteraufnahme im steilen Gelände weite Wege zurückgelegt werden. Almflächen zeichnen sich durch einen hohen Artenreichtum aus.  Foto: M. Hinterstoißer

© M. Hinterstoißer

In Oberbayern gibt es 709 Almen, die ca. 1.200 Bauern bewirtschaften. Der Almbestoß beziffert sich auf ca. 20.500 Rinder, 550 Pferde und 2.800 Schafe/Ziegen und verteilt sich auf 19.000 Hektar Licht- und 50.000 Hektar Waldweide.

Das Fachzentrum Almwirtschaft am AELF Holzkirchen berät Almbauern der Landkreise Berchtesgadener Land, Traunstein, Miesbach, Rosenheim, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen.
Außerdem gehört zum Aufgabengebiet der Vollzug des Bayerischen Bergbauernprogrammes Teil A und B. Dieses Förderprogramm unterstützt Arbeiten zur Pflege der Almflächen und investive Maßnahmen im Almbereich.

Meldungen

Höhepunkt der oberbayerischen Almwirtschaft
Hauptalmbegehung in Mittenwald

Kühe auf Weide
Zum dritten Mal in der Geschichte des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern fand die Hauptalmbegehung in Mittenwald statt.
Bereits 1961 haben sich 48 Mann am 4. und 5. August zur zweitägigen Almbegehung eingefunden, berichtete Almvater Fischbacher im Almbauer 1961. Mit fünf vollbesetzten Unimog und zwei VW Käfern wurde vom Schulhausplatz in Mittenwald zur Vereiner Alm "abgerollt". Bei der Hauptalmbegehung 1995 nahmen dann schon 600 alminteressierte Wanderer teil. Ausgangspunkt war, wie auch 1961 und 2019, die Vereiner Alm.
Teilnehmer bei schlechten Wetter auf der Hauptalmbegehung
Rund 750 Teilnehmer
haben sich trotz der schlechten Wettervorhersage auf den Weg gemacht, um in Mittenwald bei der Hauptalmbegehung des Almwirtschaftlichen Vereins dabei zu sein. Die Schönheit des Weidegebietes rund um das Soierngebirge im Karwendel blieb den Wanderen allerdings verschlossen. Nebel und Regen waren die stetigen Begleiter bis zum frühen Nachmittag.
Ilse Aigner spricht in Mikrophon
Auf der Vereiner Alm,
einer der wenigen Privatalmen im Werdenfels, brachte Vorsitzender Georg Mair die aktuellen Herausforderungen der Almwirtschaft an den Mann und die Frau - explizit an die anwesende Politprominenz: Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, Umweltminister Thorsten Glauber und Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Ausufernder Tourismus und Anpassungen bei Förderungen für Alm- und Bergbauernbetriebe wurden genauso angesprochen wie die seit Jahren nicht zufriedenstellende Bearbeitung des Themas Wolf. Zumindest bei letzterem sagte Michael Kaniber Rückendeckung zu. Leider waren keine Weggespräche mit den beiden möglich, zwecks Terminüberschneidungen blieb die Vereiner Alm deren einzige Station.
Zahlreiche Personen auf Weise vor Almhütte
Fischbachalm
Für alle anderen ging es übers Jöchele und die Jägersuh und die Soiernseen weiter zum Abschlusspunkt auf der Fischbachalm. Man wanderte somit den ganzen Tag auf Weiderechtsflächen der Weidegenossenschaft Mittenwald - leider ohne das große Weidegebiet im gesamten sehen zu können. Auf der Fischbachalm kamen abschließend noch einige Redner zu Wort, interessant hierbei die Aussage der EU-Abgeordneten Ulrike Müller, die erklärte, dass Brüssel beim Wolf schon viele Handlungsspielräume biete, wie an den skandinavischen Ländern, allen voran Schweden mit ausgewiesenen Weideschutzgebieten und Wolfsabschussplänen zu sehen sei. Solange sich der einzelne Mitgliedstaat nicht einig bei der Vorgehensweise sei, dürfe man Brüssel nicht den schwarzen Peter zuschieben.
Versteigerung
Die abschließende Versteigerung einer gespendeten Hausbank, Liege und eines Steintroges erbrachte insgesamt 2200 €, die der Weidegenossenschaft Mittenwald zur Verfügung gestellt werden. Die Mittel sollen der Wiederanschaffung der verunfallten 180 Schafe dienen, die heuer im Frühsommer im Gebirge abgestürzt sind. Die Schafhaltung in Mittenwald ist ein wichtiger Bestandteil zur Bewirtschaftung der naturschutzfachlich wertvollen Buckelwiesen, auf denen das Winterfutter für die Tiere erzeugt wird.
Bei bester Verpflegung und dann doch noch einigen sonnigen Stunden konnte jeder den Tag nach eigenem Belieben ausklingen lassen.

Ansprechpartner am Fachzentrum

Johann Stöckl
AELF Holzkirchen
Rudolf-Diesel-Ring 1a
83607 Holzkirchen
Telefon: 08024 46039-9111
Fax: 08024 46039-1111
E-Mail: poststelle@aelf-hk.bayern.de
Susanne Krapfl
AELF Holzkirchen
Rudolf-Diesel-Ring 1a
83607 Holzkirchen
Telefon: 08024 46039-9112
Fax: 08024 46039-1111
E-Mail: poststelle@aelf-hk.bayern.de
Alfons Osenstätter
AELF Traunstein
Schnepfenluckstraße 10
83278 Traunstein
Telefon: 0861 7098-125
Fax: 0861/7098-150
E-Mail: poststelle@aelf-ts.bayern.de
Christian Tegethoff
AELF Rosenheim
Prinzregentenstraße 39
83022 Rosenheim
Telefon: 08031 3004-1327
Fax: +49 8031 3004-1599
E-Mail: poststelle@aelf-ro.bayern.de

Berglandwirtschaft

Bedeutung der Berglandwirtschaft

Kühe und Schafe auf der Alm.

9.500 Bergbauernbetriebe be- wirtschaften 240.000 Hektar

In Bayern gehören 183 Gemeinden (davon drei kreisfreie Städte) zum Berggebiet, das sind 9 Prozent der bayerischen Gemeinden und etwa 7 Prozent der Gebietsfläche. Die rund 9.500 Bergbauernbetriebe bewirtschaften im Alpenraum insgesamt ca. 240.000 Hektar, davon rund 40.500 Hektar Lichtweideflächen auf fast 1.400 Almen / Alpen. Hauptproduktionsrichtung ist die Milchviehhaltung mit eigener Nachzucht in etwa 6.200 Betrieben.
Lohn für die Gemeinwohlleistungen der Berglandwirtschaft ist schon lange nicht mehr der Preis der erzeugten Lebensmittel. Unsere Bergbauernbetriebe konkurrieren mit landwirtschaftlichen Gunstlagen und liberalisierten Agrarmärkten.

Bayern honoriert die Leistungen der Bergbauern seit vielen Jahren mit Maßnahmen wie

  • der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete,
  • der Förderung von Spezialmaßnahmen im Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP),
  • dem Vertragsnaturschutzprogramm oder
  • dem Bergbauernprogramm bzw. der Einzelbetrieblichen Investitionsförderung.

In der künftigen Förderperiode sind weiter vorgesehen:

  • Fördersatz von 40 Prozent beim Bau kleiner Milchviehlaufställe bei gleichzeitiger Umstellung von Anbinde- zur Laufstallhaltung,
  • Förderung weiterer Einkommensstandbeine wie z. B. der im Berggebiet weit verbreiteten Gästebeherbergung,
  • Ausweitung der Grünlandprämie auch auf Almflächen sowie
  • Anhebung der Weideprämie.