Informationen für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer
Förderung der Borkenkäferbekämpfung deutlich erweitert

Arbeitswerkzeuge vor entrindetem Baum

Forstministerin Michaela Kaniber hat zum 1. Juli die Fördermöglichkeiten für die Borkenkäferbekämpfung im Nichtschutzwald noch einmal deutlich erweitert. Durch einen neuen Fördertatbestand können auf Antrag bis zu 12,00 Euro je Festmeter Förderung gewährt werden. Im Schutzwald gibt es für die waldschutzwirksame, insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung 15,00 bis 30,00 Euro je Festmeter. Sprechen Sie Ihren Förster an!

1. Allgemeine Hinweise

  • Gefördert wird ausschließlich die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung. Geeignete Verfahren sind die Entrindung, andere wirksame Methoden zur mechanischen Bearbeitung wie Kleinschneiden oder Häckseln sowie das Verbringen aus dem Wald.
  • Gefördert wird ausschließlich Schadholz, das von Rindenbrütern befallen werden kann beziehungsweise bereits befallen ist, also geworfenes, gebrochenes oder stehend befallenes Nadelholz.
  • Die Bagatellgrenze beträgt 250,00 Euro je Maßnahme; unter dieser Grenze können Holzmengen nur im Rahmen einer Sammelantragstellung zum Beispiel über eine Waldbesitzervereinigung bezuschusst werden.
  • Ist Eile geboten, kann wegen „Gefahr im Verzug“ sofort mit der Bekämpfungsmaßnahme begonnen werden, wenn unverzüglich danach (das heißt „ohne schuldhaftes Zögern“) ein Förderantrag eingereicht wird. Antragstellung nach Abschluss einer Maßnahme ist auf keinen Fall möglich! Auch hier bitte umgehend mit dem Förster Kontakt aufnehmen.
  • Je später im Jahr, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch Holz dabei ist, bei dem der Käfer bereits ausfliegt oder ausgeflogen ist. Solche Partien sind nicht förderfähig!

2. Borkenkäferbekämpfung im Nichtschutzwald

Der Fördersatz liegt bei 5,00 Euro je Festmeter, außerdem gibt es für die „Vorbereitung der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung“ weitere 5,00 Euro, so dass die Förderung insgesamt 10,00 Euro je Festmeter beträgt. Fällt überwiegend Stammholz an, können bis zu 20 % der Stammholzmenge zusätzlich als waldschutzwirksam behandelt anerkannt werden. Dadurch ergibt sich rechnerisch eine Förderung für das Stammholz in Höhe von bis zu 12,00 Euro je Festmeter. Die Förderung der „Vorbereitung der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung“, die für alle Holzmengen beantragt werden kann, wird nur bei Anträgen ab dem 1. Juli 2019 gewährt.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • Holz-Entrindung (per Hand oder maschinell)
  • Holz-Zwischenlagerung: Transport aus dem Wald und Zwischenlagerung in einem Abstand von mindestens 500 m zum nächstgelegenen Fichtenwald. Das Holz kann ab 14 Tage nach der Fertigstellungsanzeige (Zeitfenster zur Überprüfung des Holzes durch den zuständigen Förster) ganz normal verkauft oder verwertet werden. Wichtig zu wissen: Das Holz darf nicht im direkten Umfeld des verarbeitenden Betriebs zwischengelagert werden, also z. B. Stammholz nicht beim Sägewerk oder Hackholz nicht in der Nähe eines Hackschnitzelbunkers.
  • Waldrestholz-Aufarbeitung: Gipfel, Schwachholz, schlecht verkaufbares Stammholz usw. werden mechanisch so bearbeitet dass keine Käfergefahr mehr davon ausgeht. Wo das Holz gelagert wird, ist im Prinzip egal, es darf auch nach Hause gefahren werden. Waldrestholz hat nur eine Einschränkung: Weder das Holz noch seine Produkte dürfen vermarktet werden, d. h. solches Holz muss im eigenen Betrieb bleiben.

3. Borkenkäferbekämpfung im Schutzwald

Ob es sich bei dem geschädigten Waldbestand um Schutzwald handelt, kann am besten direkt mit dem örtlich zuständigen Förster geklärt werden.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • Insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung ohne Verwertung: Das Holz wird in der Regel handentrindet (auch andere wirksame mechanische Verfahren können im Einzelfall anerkannt werden). „Ohne Verwertung“ bedeutet, dass das Holz mindestens für die Dauer der 5-jährigen Bindefrist im Schutzwald liegen bleiben muss und bei Fällung möglichst quer zum Hang zu liegen kommen soll. Der Nachweis der Holzmengen erfolgt über Handaufmaßlisten und Anschreiben der Stämme. Die Förderung beträgt 30 Euro je Festmeter.
  • Insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung mit Verwertung – mehrere Möglichkeiten:
    Generell gilt: Der Nachweis der Holzmenge erfolgt über Holzlisten, die Forstverwaltung muss außerdem die Möglichkeit haben, das Holz vor der Abfuhr zu sehen. Die Förderung beträgt 15,00 Euro je Festmeter. Zusätzlich zur Förderung der Borkenkäferbekämpfung kann auch die Förderung der Seilbahnbringung erfolgen.
  • Verbringen: Das Holz wird frühzeitig aus dem Wald verbracht. Anders als im Nichtschutzwald bedarf es keiner Zwischenlagerung, und das Holz darf auch unmittelbar an einen weiterverarbeitenden Betrieb verkauft beziehungsweise geliefert werden.
  • Entrinden: Hier gelten die gleichen Regeln wie bei Insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung ohne Verwertung, nur darf das Holz aus dem Schutzwald entfernt werden. Aus diesem Grund ist auch die Fällung möglichst quer zum Hang nicht erforderlich.
  • Häckseln oder Ähnliches: Auch anderweitige mechanische Verfahren können – soweit sie wirksam sind – gefördert werden. Die Holzmengenermittlung erfolgt in Absprache mit dem örtlich zuständigen Förster.

4. Hubschrauberbringung im Schutzwald

In Sonderfällen kann auch das zügige Ausfliegen des Schadholzes vorteilhaft sein. Die Förderung beträgt 30,00 Euro je Festmeter.

5. Zuschlag bei der Jungbestandspflege in Schneebruchbeständen

Wenn in schneebruchgeschädigten Beständen eine Jungbestandspflegemaßnahme erfolgt, kann ein Zuschlag in Höhe von 100,00 Euro je Hektar zum Fördersatz gewährt werden, das heißt je nach Lage der Fläche beträgt die Förderung statt bisher 400,00 bis 640,00 Euro je Hektar nun 500,00 bis 740,00 Euro. Voraussetzungen: Auf der Fläche wird neben der Schadholzaufarbeitung auch noch ein Pflegeeingriff durchgeführt. Und der Pflegebestand fällt unter die bisher schon förderfähigen Kategorien (bis 15 Jahre uneingeschränkt, älter als 15 Jahre nur bis 15 m Oberhöhe und nur unter bestimmten Voraussetzungen).

Ihr zuständiger Förster berät Sie gerne und unterstützt Sie selbstverständlich bei der Beantragung der Fördermaßnahmen.