Der Borkenkäfer: ein letzter Aufruf

Aufarbeitung der Käferbäume im Winter?
Die Krone ist noch grün, doch die Rinde fällt am Kronenansatz bereits ab. Hat die Aufarbeitung dieses Käferbaumes nicht noch Zeit bis in den Winter? Leider nein. Die in den ersten Augusttagen angelegte 3. Generation entwickelte sich sehr schnell – vielerorts sind bereits Puppen und erste Jungkäfer zu finden. Durch den Rückgang der Tageslänge und kühlere Temperaturen werden diese Käfer zur Überwinterung in der Rinde der Befallsbäume verbleiben.
Zügiges Handeln erforderlich
Da durch den Reifungsfraß die Rinde der Fichten abfallen kann, ist zügiges Handeln erforderlich. Fällt die Rinde ab, ziehen sich die Borkenkäfer zur Überwinterung in den Boden zurück oder verbleiben in der abgefallenen Rinde und somit im Bestand. Eine konsequente Entnahme ist daher weiterhin gefragt.
Im dritten Käferjahr nach "Niklas"
Eines ist allerdings deutlich herauszuheben: Im dritten Käferjahr nach „Niklas“ läuft die Käferaufarbeitung im Privatwald zwischen allen Beteiligten eingespielt, sehr diszipliniert und vor allem sehr professionell ab. Die Käferbekämpfung wurde als gemeinschaftliche Aufgabe angesehen, bei denen auch die Nachbarn zusammenarbeiten. Die Waldbesitzervereinigungen und Unternehmer haben hervorragende Arbeit geleistet. Alle Beteiligten verdienen große Hochachtung.
Verständnis bei Erholungssuchenden
In dem Zusammenhang wirbt das AELF Holzkirchen auch bei Erholungssuchenden um Verständnis, wenn der eine oder andere Forstweg spontan aus Sicherheitsgründen gesperrt werden muss. Zusätzliche Informationen zum Borkenkäfer gibt es im Borkenkäferinfoportal der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF).

Borkenkäferinfoportal - LWF Externer Link

Gemeinsam gegen den Borkenkäfer
Gemeinsam gegen den Borkenkäfer - dazu haben sich bei einem "Runden Tisch" die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen, Ebersberg und Rosenheim, die Waldbesitzervereinigungen Wolfratshausen, Holzkirchen und Ebersberg sowie die Forstbetriebe München und Schliersee des Unternehmens Bayerische Staatsforsten AöR ausgetauscht. Der Borkenkäfer hat sich bayernweit seit dem Sturm "Niklas" im März 2015 und dem nachfolgenden Trockensommer sehr stark vermehrt. Millionen von Fichten sind ihm seitdem zum Opfer gefallen. Die Münchner Schotterebene mit den angrenzenden Gebieten gilt derzeit als eines der fünf Hauptschadensgebiete Bayerns. Für das Jahr 2018 wird erneut mit sehr hohen Borkenkäfer-Schäden gerechnet.
Frühzeitiges Handeln ist wichtig
Von höchster Bedeutung ist aus Sicht aller Gesprächsteilnehmer, den Borkenkäferbefall der ersten Generation im Frühjahr zu erkennen, die betroffenen Fichten zu fällen und umgehend aus dem Wald abzufahren. Im letzten Jahr war der Borkenkäfer aufgrund der warmen Witterung bereits in der ersten Aprilwoche aus seinem Winterquartier ausgeschwärmt und hatte sich in zahlreiche Fichten eingebohrt. Wurde dies im Einzelfall übersehen und die Fichten nicht innerhalb von maximal sechs Wochen aus dem Wald entfernt, entstanden große Schäden. Die gegenseitige waldbesitzübergreifende Information ist für erfolgreiche Gegenmaßnahmen besonders wichtig.
Klimawandel und Waldumbau
Große Einigkeit bestand auch darin, dass der Klimawandel in den Wäldern bereits seine deutlichen Spuren hinterlässt und die Fichten dadurch zusätzlich anfällig für Schädlinge wie den Borkenkäfer macht. Eine konsequente und regelmäßige Waldpflege zur Stabilisierung der vorhandenen Wälder sowie mehr Mischbaumarten für die Zukunft seien daher wichtiger denn je.